Der Knorpelschaden

Der Knorpelschaden kann im Wesentlichen durch zwei Ursachen entstehen. Es gibt zum einen den traumatischen (durch Unfall) entstandenen Knorpelschaden sowie den degenerativen (Verschleiß) Knorpelschaden.

Traumatischer Knorpelschaden

Sportunfall: Fußballer-Verletzung KreuzbandrissDer traumatische Knorpelschaden entsteht bei Unfallereignissen, besonders häufig bei Sportunfällen, bei denen es zu sehr hohen Kräften auf die Knorpelsubstanz kommt. Eine typische Ursache ist eine massive Fehlbelastung durch eine Bandverletzung (Kreuzbandriss), bei der enorme Kräfte im Bereich der Knorpelsubstanz auftreten und sich ganze Knorpelstücke abscheren können. Ein weiteres häufiges Unfallereignis ist das Verrutschen der Kniescheibe, auch hier können Knorpel- und Knorpelknochenstücke aus der Kniescheibe ausbrechen.

Degenerativer Knorpelschaden

Beim degenerativen Knorpelschaden sind die häufigsten Ursachen eine starke Achsfehlbelastung wie z.B. beim starken O- oder X-Bein. Aber auch nach Entfernung von Meniskusgewebe kommt es zu Überlastungen im Bereich der Knorpelstruktur im Kniegelenk, da die Kraft zwischen Ober- und Unterschenkel nicht mehr optimal übertragen wird. Ein besonderes Krankheitsbild stellt die Osteochondrosis dissecans dar. Dabei handelt es sich um einen Knochenknorpelschaden, der einerseits im Jugendalter auftritt, allerdings auch nach Unfallereignissen, besonders am Sprunggelenk, auftreten kann. Die Ursache der kindlichen Osteochondrosis dissecans ist noch nicht hinreichend geklärt.

Diagnostik eines Knorpelschadens

MRT mit KnorpelschadenDie Diagnostik eines Knorpelschadens wird heute in der Regel durch eine Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie, MRT) vorgenommen, hier lassen sich Knorpelschäden bereits durch ein bildgebendes Verfahren diagnostizieren. In normalen Röntgenbildern kann man den Knorpel nicht erkennen, sondern lediglich die Knochenstruktur. Eine weitere Möglichkeit Knorpelschäden genau zu diagnostizieren liegt in der Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Hierbei lassen sich Gelenkdefekte sowohl in ihrer Ausdehnung als auch in ihrer Tiefe genau beschreiben.

Grade eines Knorpelschadens

Knorpelschaden im KniePrinzipiell werden vier Grade eines Knorpelschadens bei einer Gelenkspiegelung beschrieben. Früher erfolgte die Einteilung nach der so genannten Outerbridge-Klassifikation, heute raten wir zu der international gebräuchlichen ICRS-Einteilung:

Grad I intakte Oberfläche mit leichter Erweichung und minimalen Einrissen
Grad II abnormer Knorpel mit einer Läsionstiefe < 50 % der Knorpeldicke
Grad III Läsionstiefe > 50 %, der Knorpeldefekt reicht je nach Abstufung bis zur Knochenschicht
Grad IV vollständige Knorpelläsion, der Knochen liegt komplett frei – eine sogenannte „Knorpelglatze“