Weitere Knorpel-Therapieverfahren

Neben der in vielen Fällen bevorzugten Knorpelzelltransplantation gibt es weitere Therapieverfahren.

Mikrofrakturierung

Bereits seit mehreren Jahrzehnten ist die Idee entstanden, potente Zelle aus dem Knochenmark zu gewinnen, um so möglicherweise Knorpeldefekte zu füllen. Dieses Verfahren der Mikrofrakturierung bzw. auch Anbohrung wurde zunächst in Amerika entwickelt und dort auch häufig angewandt. Auch in Europa wurden vor 15 bis 20 Jahren sehr häufig Mikrofrakturierungen durchgeführt. Nach der vorliegenden Studienlage ist dieses Verfahren für kleine Defekte nach wie vor ein sehr gutes Verfahren, bei größeren Defekten stellte jedoch eine mögliche Verknöcherungsreaktion, die auftreten kann, ein Problem dar, sodass nach einem gewissen Zeitraum der Zufriedenheit häufig doch erneut Schmerzen auftraten.

AMIC-Verfahren

Aus diesem Grund hat man in den letzten Jahren versucht, auf die vorgenommenen Bohrungen, eine so genannte Collagenmembran zu setzen, um den Zellen aus dem Knochenmark eine entsprechende Leitsubstanz zu geben. Dieses so genannte AMIC-Verfahren wird heute bei kleineren Defekten durchgeführt und zeigt besonders am Sprunggelenk sehr gute Ergebnisse, so dass dieses Verfahren ein fester Bestandteil in der knorpelregenerativen Therapie geworden ist.

Einsetzen von Kollagenmembranen

Ärzte im OPAber auch das Einsetzen von Kollagenmembranen, ohne eine entsprechende Perforation in den Knochen vorzunehmen, ist heute ein Verfahren, das häufig angewandt wird. Hier liegen allerdings noch nicht sehr viele Erfahrungen vor. Dadurch, dass dieses Verfahren jedoch auch in flüssiger Form vorgenommen werden kann, ist es wenig aufwendig und die Idee des Einwanderns von Zellen muss in den nächsten Jahren weiter nachkontrolliert und untersucht werden.

Knochenknorpeltransplantation

Bei sehr kleinen Knorpeldefekten, die auch den Knochen mitbetreffen, ist eine Knochenknorpeltransplantation möglich. Hierbei wird ein Zylinder aus einem wenig betroffenen Gelenkbereich in den Gelenkbereich verpflanzt, in dem der Knorpelschaden vorliegt und dort fest eingebolzt. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass dies ein nach wie vor gutes Verfahren für kleine Defekte ist. Größere Defekte, bei denen mehrere Zylinder genommen werden müssten, zeigten in Studien jedoch eher schlechte Ergebnisse.