Was ist Knorpel?

Im Focus: Das Knorpelgewebe- Schutz und Puffer für den Knochen
Knorpelgewebe und Knochen gehören zum Stützapparat des menschlichen Körpers. Je nach Lokalisation und Aufgabe werden drei Knorpelarten unterschieden: Hyaliner Knorpel, elastischer Knorpel und Faserknorpel.

Woraus besteht Knorpel?
Die Knorpelzellen (Chondrozyten) bilden Kollagenfasern, die miteinander vernetzt werden. Zwischen den Fasern kann viel Wasser gebunden werden, um Elastizität zu ermöglichen und vor Druckbelastung zu schützen. Chemisch setzen sich die Knorpelzellen aus Eiweißen und Kohlenhydraten (Mucopolysacchariden) zusammen und haben eine gelartige Festigkeit. Je nach Knorpelart liegen zwei bis acht Knorpelzellen eng nebeneinander und werden von der Knorpelkapsel und dem Knorpelhof umgeben. Die Knorpelzellen im Inneren können nicht für den Fortbestand sorgen. Das Wachstum erfolgt von außen durch das Perichondrium. Unter Perichondrium versteht man die Knorpelhaut, den bindegewebigen Überzug des Knorpels. Von außen werden neue Zellen gebildet, die in das Knorpelgewebe einwandern.

Wie wird das Knorpelgewebe mit Nährstoffen versorgt?
Da sich im Knorpel keine Blutgefäße befinden, müssen alle Nährstoffe durch die Knorpelhaut und die Gelenkflüssigkeit in das Gewebe eingeschleust werden. Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass die Ernährung des Knorpels nicht ausreicht. Im Laufe der Jahre kommt es zur Unterversorgung und Rückbildung der Knorpelzellen.

Kann sich der Knorpel regenerieren?
Bei Verletzung des Knorpels wachsen Zellen aus der Knorpelhaut -dem Perichondrium- ein und beginnen sich zu Knorpelzellen zu differenzieren. Diese bilden dann neue Fasern und Substanz zwischen den Knorpelzellen und sind nicht mehr von den ursprünglichen Knorpelzellen zu unterscheiden. Dieser Vorgang verläuft jedoch nur bei Kindern optimal. Im Erwachsenenalter regeneriert sich der Knorpel nur noch unvollständig. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das verletzte Gebiet sehr groß ist. Hier differenzieren sich die eingewanderten Zellen nicht zu Knorpelzellen, sondern sie bilden Bindegewebszellen. Eine Narbe auf der Knorpeloberfläche entsteht.

Hyaliner Knorpel
Hyaliner Gelenkknorpel überzieht die Oberflächen unserer Gelenke und ermöglicht so ein fast reibungsloses Gleiten. Er stellt die häufigste Knorpelart im menschlichen Körper dar. Hyaliner Knorpel schimmert im frischen Zustand bläulich und ist neben den Gelenken auch in den Atemwegen (Kehlkopf und Luftröhre) zu finden. Durch die große Menge Wasser, die zwischen den Knorpelzellen gebunden werden kann, ist der Gelenkknorpel sehr druckelastisch.
                   Gewebegerüst und Funktion des Gelenkknorpels
Die arkadenartige Struktur des Kollagenfasergerüstes garantiert Elastizität und Druckfestigkeit. Wie auch immer wir uns bewegen: Beugen, Strecken, sich Hinknien – unsere Gelenke machen dies mit. Das Knorpelgewebe ermöglicht Gleitfähigkeit und Stoßfestigkeit. Die Gelenkflüssigkeit und die äußerst wasserreiche Knorpelgrundsubstanz, die die Knorpelzellen umgibt, wirken zusammen wie ein hydraulisches System - zum einen für die Funktion als Stoßdämpfer und zum anderen als Pumpsystem, welches die Knorpelzellen im gefäßfreien Knorpelgewebe mit Nährstoffen versorgt.


Elastischer Knorpel
Die starke Einlagerung elastischer, biegsamer Fasern zeichnet den elastischen Knorpel aus. Durch das dichte Netzwerk der elastischen Fasern ist dieses Knorpel-gewebe biegsamer als hyaliner Knorpel und weniger gefährdet. Elastischen Knorpel findet man im Ohr und im Kehlkopf.

Faserknorpel
Im Faserknorpel liegen dicke Bündel kollagener Fasern vernetzt nebeneinander. Lange Reihen ordnen sich neben gekreuzten Fasern an, zwischen denen die kleinen Knorpelzellen liegen. Im Lichtmikroskop zeigt sich ein typisches Fischgrätenmuster. Die Knorpelart findet man vor allem im äußeren Ring der Bandscheiben (im Anulus fibrosus), im Kiefergelenk und im Randbereich des Hüftgelenkknorpels.